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Wappen in Tettnang

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Das Wappen der Grafen von Montfort

(Abb. 1)

Die dreilatzige Fahne (fälschlich auch Kirchenfahne genannt und heraldisch als Gonfanon bezeichnet) zählt zu den ältesten Wappensymbolen in Europa (Abb. 1). Erstmals erscheint sie 1181 in einem Siegel des Pfalzgrafen Hugos II. von Tübingen. Sie symbolisierte vermutlich die Gerichtsbarkeit der Pfalzgrafen innerhalb des Herzogtums Schwaben. Auch alle Nachfahren der Tübinger bedienten sich des gleichen Wappenbildes, wobei dessen Farben von den einzelnen Geschlechterlinien mehrfach geändert wurden.
Als die ursprünglichen Wappenfarben des Stammhauses der „Grafen von der Fahne“, wie man das weit verzweigte Geschlecht auch genannt hat, wurden bisher Gold als Feldfarbe und Rot als die Farbe der Fahne angenommen (Abb. 2). Neuere Forschungen gehen allerdings von der umgekehrten Farbgebung aus. Die Tübinger Linien Herrenberg und Asperg führten eine goldene Fahne in rotem Feld, die Böblinger Linie die umgekehrte Farbfolge.

Die Wappen der Grafen von Tübingen u. Nachfahren

(Abb. 2)

Als mit Rudolf von Bregenz 1143 das Geschlecht der Grafen von Bregenz erlosch, trat Pfalzgraf Hugo von Tübingen dessen Erbe an. Er war mit Elisabeth, der einzigen Tochter Rudolfs, verheiratet. Von Hugos Söhnen setzte der älteste, Rudolf, den Stamm der Tübinger Pfalzgrafen fort. Sein jüngerer Bruder Hugo I. († um 1230) erhielt das mütterliche Bregenzer Erbe an Rhein und Bodensee. Seit etwa 1208 nannte er sich Graf von Montfort. Hugo übernahm das Tübinger Hauswappen, setzte allerdings die rote Fahne in ein silbernes statt goldenes Feld.
Seine Söhne teilten das väterliche Erbe: der ältere, Rudolf († um 1243), erhielt die linksrheinischen Gebiete und nannte sich fortan Graf von Werdenberg. Auch er und seine Nachfahren führten das Fahnenwappen und wechselten erneut die Farben: die Linie » Werdenberg-Heiligenberg zeigte eine schwarze Fahne in silbernem Feld, die Linie Werdenberg-Sargans zu Vaduz die umgekehrte Farbgebung und die Linien Werdenberg-Sargans zu Albeck und zu Sargans eine silberne Fahne in Rot.

Die Helmzier des montfortischen Wappens

(Abb. 3)

Hugos I. jüngerer Sohn Hugo II. († 1257) erhielt den Argengau (um Tettnang) und Vorarlberg. Seine Söhne waren die Stammväter der drei montfortischen Linien zu Tettnang, zu Bregenz und zu Feldkirch. Während die erstgenannten Linien die uns bekannte rote Fahne im silbernen Wappenschild weiterführten, zeigt sich im Feldkircher Wappen die rote Fahne im goldenen Feld.
Zu einem „Vollwappen“ gehören neben dem Wappenschild auch ein Helm, die Helmzier und die Helmdecke. Ursprünglich zeigte das montfortische Wappen als Helmzier ein Schirmbrett mit dem Wappenbild, das mit Pfauenfedern besteckt war (Abb. 3 a). Seit Beginn des 14. Jahrhunderts ersetzten alle montfortischen Linien das Schirmbrett durch den so genannten Beutelstand, eine zweizipflige rote Kappe mit silbernen Kugeln auf den Spitzen (Abb. 3 b). Die Ausführung des Beutelstandes änderte im Laufe der Jahre ihre Form und wurde zu einer Bischofsmütze (Abb. 3 c). Im 18. Jahrhundert wurde das Vollwappen der Grafen von Montfort der Zeitmode entsprechend mit einer Lanze besteckt, an dessen oberem Ende sich eine längliche, mit dem Wappenbild versehene Fahne befand (Abb. 4).

Das Vollwappen der Grafen von Montfort

(Abb. 4)

Die Bischofsmütze blieb die typische Helmzier des Hauses Montfort bis zum Erlöschen im Jahre 1787. Nur die ältere Tettnanger (erloschen 1520) und die Allgäuer Linie zu Rothenfels (erloschen 1474) zeigten eine andere interessante Entwicklungsvariante. Im Siegel des Grafen Wilhelm V. von Montfort-Tettnang († 1439) erschien erstmals ein Männerkopf zwischen Helm und Bischofsmütze. Diese entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem rot bekleideten Mannrumpf (Abb. 3 d). Die Helmdecke, die im 18. Jahrhundert die Form eines Wappenmantels annahm, war stets entsprechend der Schildfarben rot und silbern.
Als Herrscher in und über Tettnang haben die Grafen von Montfort ihr Wappen an manchem der örtlichen Gebäude anbringen lassen (Beispiele: Abb. 5 und 6). Auch der Förderkreis Heimatkunde bedient sich des altehrwürdigen Wappens, indem er die Initialen FH in der Form einer Montfortfahne präsentiert (Abb. 7).

     
(Abb. 5) (Abb. 6) (Abb. 7)

Abbildungen

Fundorte (Auswahl):