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Stammwappen der Truchsesse von Waldburg bis 1525

(Abb. 1)

Die namengebende Burg im Landkreis Ravensburg war seit Mitte des 12. Jahrhunderts im Besitz eines welfischen, später staufischen Ministerialengeschlechts, das um 1210 ausstarb. Amts- und Besitznachfolger dieser älteren Truchsesse von Waldburg wurden die 1179 erstmals genannten Herren von Tann. Ursprünglich Schenken des Herzogtums Schwaben und seit Anfang des 13. Jahrhunderts im Besitz von Wolfegg, nannten sie sich seit 1219 nach ihrem Amtslehen von Waldburg. Unter Kaiser Friedrich II. stieg das Geschlecht zu Reichsministerialen auf. Im 14. und 15. Jahrhundert betrieben die Truchsesse eine erfolgreiche Territorialpolitik. Sie erwarben u. a. 1306 die Herrschaft Trauchburg, 1337 Zeil und 1452 die Herrschaft Friedberg-Scheer. Durch mehrere österreichische Pfandschaften stiegen sie zu den bedeutendsten adligen Territorialherren Oberschwabens auf. Zwischen 1415 und 1496 hatten sie als Reichspfand die Landvogtei Schwaben inne und konnten vorübergehend auch in Vorarlberg (Grafschaft Sonnenberg 1455-74) Fuß fassen.

Die Ausbildung eines geschlossenen Territoriums wurde durch eine Erbteilung 1429 allerdings verhindert. Aus ihr gingen die Eberhardinische (Sonnenberger) Linie (bis 1511), die Jakobinische (Trauchburger) Linie (bis 1772) und die in den Ästen Wolfegg-Waldsee und Zeil-Trauchburg noch blühende Georginische (Zeiler) Linie hervor. Jakobs Enkel Friedrich trat als Ritter des Deutschen Ordens zum Protestantismus über und begründete die preußische Linie Waldburg-Capustigall.

1525 verlieh Kaiser Karl V. der Familie den Titel Reichserbtruchsess. 1628 wurde sie in den Grafenstand erhoben und 1803 erlangte sie die Fürstenwürde. Der Verlust der Donaustädte 1680 und der Verkauf von Friedberg-Scheer 1786 wurden durch den Erwerb zahlreicher kleinerer Herrschaften im Allgäu ausgeglichen. Als Inhaber der reichsständischen Territorien Wolfegg, Zeil, Trauchburg und Friedberg-Scheer hatten die Truchsesse Sitz und Stimme im Schwäbischen Reichsgrafenkollegium und beim Schwäbischen Reichskreis. Ihr Herrschaftsgebiet (rund 750 Quadratkilometer) wurde zwischen 1806 und 1810 von Württemberg und Bayern mediatisiert.

Das Haus brachte viele bedeutende Persönlichkeiten hervor: Otto von Waldburg-Sonnenberg war 1474 und 1479-91 Bischof von Konstanz. Aus der Georginischen Linie stammen Georg III. von Waldburg, der berühmte „Bauernjörg“, Maximilian Willibald von Waldburg-Wolfegg (1604-67), kaiserlicher General im Dreißigjährigen Krieg, und Konstantin von Waldburg-Zeil-Trauchburg (1807-62), demokratischer Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung. Aus der Jakobinischen Linie waren Wilhelm von Waldburg (1469-1557), kaiserlicher Statthalter in Württemberg (1521-25), sein Sohn Otto von Waldburg Bischof von Augsburg (1543-73), und dessen Neffe Gebhard II. von Waldburg Erzbischof von Köln (1577-83).

Die gräflichen Häuser » Montfort-Tettnang und Waldburg waren durch mehrere Eheschließungen verwandtschaftlich miteinander verbunden.

Wappen der Reichserbtruchsesse und Grafen von Wald

(Abb. 2)

Das Stammwappen der Truchsesse und Grafen von Waldburg zeigt im goldenen Feld drei schreitende schwarze Leoparden und ist zu Beginn des 13. Jahrhunderts erstmals nachzuweisen. Bereits im 14. Jahrhundert erscheint der grüne Pfauenwedel auf rotem Kissen als Helmzier. Später wurde das Kleinod noch vermehrt durch eine schräggestellte Lanze mit abfliegender Fahne, darauf das Schildbild (Abb. 1). Die Schilddecke ist Schwarz – Gold.

Seit dem Erwerb der Reichserbtruchsess-Würde im Jahre 1525 führte die Familie zusätzlich einen goldenen Reichsapfel im roten Schildhaupt des Stammwappens (Abb. 2).
Die einzelnen Linien des Hauses Waldburg ergänzten zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert das Stammwappen um zusätzliche Felder, um sich gegeneinander abgrenzen zu können. Erst seit der Erhebung in den Reichsfürstenstand 1803 wird von allen Linien wieder ein einheitliches Wappen mit sechs Feldern geführt (Abb. 3).

   
(Abb. 3) (Abb. 4)

Abbildungen

Fundorte: