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Carl Gührer

(1872 – 1953 in Tettnang) Textilkaufmann

(*1872 in Tettnang, †1953 in Tettnang)
Textilkaufmann

Der Bauernsohn Carl Gührer wurde am 14. Januar 1872 in der Tettnanger Karlstraße Nr. 8 geboren. Er absolvierte eine Lehre als Textilkaufmann, ehe er an verschiedenen Orten (u. a. in Düsseldorf und Berlin) berufliche Erfahrungen sammelte. Mit 25 Jahren gründete er 1897 ein eigenes Textilgeschäft mit Stoffen und Damenoberbekleidung am Bärenplatz Nr. 3, das er bis 1950 führte.

Carl Gührer hat sich bereits in seiner Jugend für das Vereinswesen, das seit Mitte des 19. Jahrhunderts zu den Bürgerrechten gehörte, eingesetzt und dieses in seiner Heimatstadt maßgeblich mitgestaltet. Er belebte den seit 1948 bestehenden Turnverein, erwirkte 1905 seine Neugründung und steuerte dessen Entwicklung als Vorstand über 33 Jahre. Auch die Neuanfänge nach den Weltkriegen 1919 und 1946, nun unter dem Namen TSV, lagen in seiner Verantwortung. Daneben engagierte sich Gührer beim Aufbau der Freiwilligen Feuerwehr und war von 1914 bis 1920 deren Kommandant.

Von 1918 bis 1927 gehörte Gührer dem Gemeinderat an. In dieser Zeit entstand auch der Handels- und Gewerbeverein in Tettnang, dessen Vorsitz er 15 Jahre innehatte. Seine beruflichen Erfahrungen nutzte die Industrie- und Handelskammer, die ihn in ihre Vollversammlung berief. Später war er Delegierter des Württembergischen Industrie- und Handelstages in Stuttgart. Die Generalversammlung der Creditbank (heute Volksbank) wählte ihn 1928 in den Aufsichtsrat, dessen Vorsitz er von 1932 bis 1949 innehatte.

Carl Gührer unterstützte den „Liederkranz“ und die Blasmusik. Von 1923 bis 1938 war er Vorsitzender des Musikvereins und setzte sich für die Ausbildung eines leistungsfähigen Blasorchesters ein. Seinen sportlichen Neigungen entsprechend war er auch Mitglied des Radfahrvereins und der Freunde Kneippscher Anwendungen.

Anlässlich seines 80. Geburtstages plädierte eine Bürgergruppe für die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Gührer. Im Gemeinderat fand das Ansinnen allerdings keine Mehrheit. Sein Engagement für das Vereinswesen sei zwar lobenswert, genüge aber im Hinblick auf das Auswahlkriterium „Wertschätzung auch außerhalb des Gemeindebereiches“ nicht.

Carl Gührer starb am 14. Juli 1953 im Alter von 81 Jahren. Die 1983 eingeweihte Sporthalle am Manzenberg trägt ihm zu Ehren seinen Namen.